Hat Eggstätt und Breitbrunn ein Brummton-Problem?

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Ist ein baldiges Ende des Brumm-Phänomäns zu erwarten?

Nachtrag vom 16.10.2025 +
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Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass der Gasspeicher Breitbrunn / Eggstätt für das Brummen verantwortlich sein könnte. Das lässt sich unter Anderem aus folgenden Indizien ableiten:
1. Es kann ein zeitlicher Zusammenhang des Aufkommen dieses "Brummens" mit dem erstmaligen Inkrafttreten der Gasspeicherfüllstandsverordnung (GasSpFüllstV) des ehemaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck hergestellt werden, die im Zuge der Einstellung der Gasimporte aus Russland erlassen wurde. Der Verordnung nach wurden alle Betreiber der Gasspeicher zur Füllung der Speicher verpflichtet.
2. Nach der Zeit einer relativen Ruhe im Winter 2024/2025 kam der Infraschall und die tiefen Frequenzen schlagartig am 01.04.2025 wieder auf. Just an diesem Tag hat der Betreiber des Gasspeichers die Befüllung des Speichers wieder aufgenommen. Genau dieses Datum ist in der im Pkt.1 genannten Verordnung als Stichtag für den Beginn der Befüllungen der Speicher vorgesehen. An diesem Tag wurde der Speicher Breitbrunn mit 200.081 MWh Gas befüllt. Tags zuvor waren es noch 0.
3. Nur die Anlagen des Gasspeichers haben derart groß dimensionierte Verdichter, so dass ein ganzes Landstrich nördlich des Chiemsees "bebrummt" werden kann. Andere Verdichteranlagen dieser Größenordnung existieren hier nicht. Auch keine Windkraftanlagen, die sonst gerne für Infraschall verantwortlich gemacht werden.

Für alle Brummtonbetroffenen in unserer Gegend besteht ab sofort ein großer Funken Hoffnung. Der Betreiber des Gasspeichers, die Firma UNIPER, hat vor Kurzem eine Genehmigung zur Stilllegung des Erdgasspeichers Breitbrunn bei der Bundesnetzagentur beantragt. Die Stilllegung soll zum 31.03.2027 erfolgen. Spätestens dann sollte in unserer Gegend wieder Ruhe einkehren, sofern die Bundesnetzagentur dem Antrag entspricht. Wir Betroffenen müssten also nur noch 2026 aushalten.
Lt. Medienberichten begründet UNIPER die Absicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Betrieb der Gasspeicher soll defizitär sein. Und tatsächlich zeigt der Verlauf der UNIPER-Aktie einen katastrophalen Verlauf. Von 842,00 EUR (Höchststand) am 23.12.2021 stürzte die Aktie nun auf 32,30 EUR am heutigen 16.10.2025. Das ist eine Wertminderung von 94,08% innerhalb nur drei Jahre. Die wirtschaftlichen Probleme sind aber wahrscheinlich nicht der einzige Grund. Während andere UNIPER-Gasspeicher in unmittelbarer Nachbarschaft recht gut gefüllt sind (Bierwang mit 84%, 7Fields mit 89%), sind es in Breitbrunn gerade mal 56%. Das könnte auf größere technische Probleme oder auf geologische Unzulänglichkeiten hindeuten, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Speichers unattraktiv machen. Das ist aber eine pure Vermutung unsererseits. Hinzu kommt ein zunehmendes Bekanntwerden des "Brumm-Phänomens
, woran wir nicht ganz unschuldig sind.

Im Übrigen zeigen unsere presserechtlichen Anfragen an die umliegenden Gemeinden und das Landratsamt, dass keinerlei Kenntnis über die Sachlage besteht. Das Landratsamt verweist zudem auf die Zuständigkeit des Bergamtes Süd bei der Regierung von Oberbayern.

(RS. 16.10.25)


Nachtrag vom 12.06.2025 +
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Nachdem es im Zeitraum zwischen 26.05.2025 und dem 11.06.2025 die Hoffnung aufkam, das "Brummphänomen " wäre abgeklungen, setzte es am 11.06.2025 unvermittelt wieder ein, in ähnlicher Intensität.
Das zeigen auch Messungen. Die aktuelle Messung zeigt das gleiche Bild, wie wir es seit mindestens zwei Jahren sehen.
Wir sehen mehr oder weniger immer die gleiche Kurve, die im Bereich des Infraschalls hoch anfängt und dann im Bereich der Frequenzen 50-100 Hz wieder abfällt.
In allen Messungen ist der Infraschallbereich von 8Hz bis 16Hz IMMER besonders auffällig.
Falls Sie auch betroffen sind oder einen Gedanken zum Thema äußern wollen, am Ende des Artikels können Sie uns einen Beitrag schreiben.


HAT EGGSTÄTT, BREITBRUNN UND UMGEBUNG EIN BRUMMTON-PROBLEM?

Meine Antwort lautet:
eindeutig ja! Ich behaupte sogar, der ganze Landstrich ist betroffen!

Es gibt Stimmen, wonach Menschen rund um Eggstätt über ein tieffrequentes Brummen klagen. Ich persönlich bin betroffen und kann es deutlich wahrnehmen.
Da viele Menschen, eigentlich wohl die meisten, diese Frequenzen nicht wahrnehmen, andere aber doch, ist es oftmals schwierig diesem Phänomen auf die Schliche zu kommen. Oftmals wird der Infraschall sowie das tieffrequente Brummen den Windkraftanlagen zugeschrieben. Der Ursprung dürfte aber in Eggstätt und Umgebung, in Ermangelung dieser Windräder, ein anderer sein. Und die Ursache scheint, meiner Meinung nach, eindeutig einen technischen Ursprung zu haben. Dazu später.
Zunächst sollte eine Betrachtung dieses Phänomens erfolgen. Das schon deshalb, weil "Brumm-Betroffene" über gesundheitliche Folgen klagen und Medien über mögliche Gefahren der tiefen Frequenzen für die Gesundheit berichten. Es wird, angefangen von Schlaflosigkeit über Unwohlsein, Schlappheit und Übelkeit berichtet und sogar über Herzmuskelschädigungen, Einfluss auf die Amygdala, Hörschäden bis hin zu Entwicklungsstörungen bei Kindern gemutmaßt. Schon die bloße Möglichkeit, dass es so sein könnte, macht es zur Pflicht sich das näher anzusehen.

Es brummt seit mindestens September 2023.
Zu diesem Zeitpunkt wurde (in diesem Fall von mir) das Brummen erstmals bewusst wahrgenommen. Völlig entgeistert wurden, nach gutachterlicher Anleitung, Schallaufnahmen mit geeignetem Gerät gemacht und durch einen Sachverständigen ausgewertet. Es kamen viele Informationen zusammen. Im Prinzip lässt sich das aufgezeichnete aber in folgendem, durch den Sachverständigen erstellten Graph zusammenfassen.

Diese Grafik besagt, dass im unteren Frequenzbereich (hier links) bedeutende Aktivität stattfindet, die nicht normal ist. Es wurde durch das Sachverständigenbüro ermittelt, dass die Ursache eine 91% Übereinstimmung mit einem technischen Kompressor hat.

Es wird in der Stellungnahme des Sachverständigenbüros ferner auf die Gefahren für die Gesundheit einer solchen Erscheinung hingewiesen. Eine lang andauernde Suche nach einem Verursacher brachte leider keine Ergebnisse, da solche tieffrequenten „Geräusche“ nach Gehör nicht zu orten sind. Meine Schuldzuweisungen im Gewerbegebiet, wo ich die Ursache nach logischen Gesichtspunkten suchte, brachte höchstens Ungut aber kein Ergebnis. Viele Monate später, abgemagert, angepisst und mittlerweile mit einem Tinnitus gepeinigt, nach Besuchen bei HNO, Psychologen usw. stellte sich die Frage: verkaufen und wegziehen oder doch weitermachen, suchen und kämpfen. O.k., suchen und kämpfen. Einige Tausend Euro später, ausgerüstet mit professioneller Auswerteelektronik, musste ich zu meinem völligen Entsetzen feststellen, dass nicht das Gewerbegebiet brummt, sondern der ganze Landstrich. Es brummt in Eggstätt, es brummt in Breitbrunn, es brummt auf dem Golfplatz in Höslwang und sogar auf der Ratzinger Höhe.

An dieser Stelle muss ich natürlich sagen, dass es keine von einem Gutachter gemachten Messungen sind, wenn doch aber mit geeignetem Gerät. Auch ein Gutachter würde hier so, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, zu keinem anderen Messergebnissen kommen.

Was sagt uns das denn nun?
Nun ja, es sagt, dass hier vor Ort alles, wirklich alles, das Haus, die Kinder, der Mensch, der Hund und die Katze munter mehrmals pro Sekunde schwingen und vibrieren… Wir werden bebrummt. Ob das gesund ist? Unbefriedigende Antworten hierzu später.

Was sagen die Werte? Was ist erlaubt? Was nicht?

Tieffrequente Geräusche werden anders bewertet als der übrige „normale“ Lärm.
Für die Schallbewertung gibt es eine Vielzahl verschiedener Bewertungsverfahren. Jeder kennt die db(A) – Bewertung. Es gibt aber eine Vielzahl anderer Bewertungsverfahren, z.B. B, C, D, G – Bewertungen usw. Tiefe Frequenzen werden offenbar nach einer Z-Bewertung beurteilt, also in dB(Z). Ich kann im Moment auch keine absoluten Werte liefern, was erlaubt wäre, was nicht. In diversen Artikeln, Studien und Stellungnahmen von Sachverständigen, Universitäten und Umweltämter der Länder und des Bundes werden Verfahren beschrieben, Mahnungen ausgestoßen, es wird übertrieben oder verharmlost. Offenbar muss man hier einen Studiengang belegen, um etwas in diese Materie vorzustoßen. Die Technische Anweisung „Lärm“ (TA-Lärm) sagt irgendetwas von 35 dB für die Nacht, dann wird noch vom einem 20dB-Kriterium gesprochen usw. usw.
Offensichtlich, so zumindest meine Recherche, vordoppelt sich der Lärm alle 10dB. Ein Schall mit 60dB wäre, dieser Logik folgend, 8 x so laut wie ein Schall mit 30dB.
Hier wäre die Meinung eines Sachverständigen gefragt. Für jede Aufklärung durch einen sachkundigen Leser jetzt schon ein „vergelts Gott“. Informationen bitte an leser@desinformierer.de
Es scheint aber so zu sein, dass die gemessenen Werte bis 50-60 dB(Z) deutlich jenseits von gut und böse sind.

Untenstehend typische durch mich durchgeführte Messungen mit "Brummhintergrund" und dazu im Vergleich eine Messung in einer "brummfreien" Nacht.

Was ist die Ursache?

Hier einen eindeutigen Verursacher zu finden ist uns nicht gelungen. Es scheint aber gesichert zu sein, dass die Ursache einen technischen Charakter hat. Auch der ursprünglicher Sachverständiger sprach schon im Herbst 2023 wörtlich:

„…Anhand einer hier dann von uns erfolgten frequenzseitigen Begrenzung (bis 2000 Hz) erkennt man gut, die dort von Ihnen aufgenommene Hauptbelastungen im Bereich von 100 Hz (als hier dann klare Dominanzbelastung) und eine weitere (noch mal etwas geringere/leichtere) Belastung bei 48,9 Hz + 42,4 Hz und eine weite (leisere) tonale Belastungen. Die eher breitbandigen weiteren Störbelastungen sind dort jedoch so gering (in der Auffälligkeit) dass wir dort nicht weiter drauf eingehen möchten. Bei 8,75 Hz im Infraschallbereich gelegen gab es hier eindeutige zyklische immissionsseitige Belastung. Die vorgenannten Frequenzen waren hier weitere Auffälligkeiten. Interessant sind jedoch u. A. auch die von uns hier gefundenen (stark tonale) Belastungen bei 48,9 Hz. Diese stammen i.d.R. meist von hier stromseitig versorgten Kompressor seitig arbeitenden Geräten (Wie z.B. einem Kühlschrank oder auch Tiefkühltruhe in deren Betrieb). Das sagt hier dann auch unsere Musterkennung für diesen (temporären) Teil Ihrer Innenbereichsaufnahme. Diese hat aber auch als 2. und hier wahrscheinlichere Möglichkeit den Kompressorlauf einer Wärmepumpe ebenso noch als möglichen Treffer mit ausgewiesen.

Die Frequenzen im Infaschallband und in der Tieffrequenz (bis 100 Hz) sind dort jedoch alle mehr oder weniger zyklischer Art und Natur. Der Frequenzbereich unter 16 Hz ist für viele Personen i.d.R. meist hier jedoch NICHT mehr hörbar und wenn ggfs. max. körperlich als leichte Vibration u.U. wahrnehmbar. Meist resultieren Frequenzen in dem Bereich auf primär vor Ort anliegenden Körperschall. Mit Körperschall sind dort Vibrationen des Baukörpers (Raumes) , wie Decken, Boden, Wände, gemeint und ist zudem meist ein typisches Frequenzbild für Rohrvibrationen (auf einer schlecht verlegten und entkoppelten) Leitung und diese wurde „so“ dann auch im Abgleich mit unserer Musterquellendatenbank dort mit einem Musterüberdeckungsgrad von 91 % in der Erkennung einer technischen Anlage <ein Kompressor> im dortigen Betrieb (als Quelle) ausgewiesen...“

Wie groß muss aber ein Kompressor sein, um einen ganzen Landstrich zu bebrummen? Was ist hier vor Ort, was sich großer Kompressoren bedient und auch an den Wochenenden und Nachts keine Pause macht?
Fakt ist ferner, dass nach monatelangem 24/7 – Brummen im Jahr 2024, dieses plötzlich mit der Dunkelflaute zu Anfang November aufgehört hat und danach nur sporadisch auftrat. Seit Anfang April, konkret seit dem 01.04.2025, brummt es wieder häufiger.

Dämmerts?

Ist das gesund was hier passiert?

Der Sachverständige schrieb mir 2023 hierzu folgendes:

„…Wenn man unterstellt das die hier über ein paar Min. aufgenommene innenräumig anliegende Immissionen dort permanent (vor allen Nachts) und auch länger (öfter) so anliegen sollten -, wäre hier damit wohl „auf jeden Fall“ kaum erholsamen REM- und Erholungs-/Tiefschlafphasen im großen und ganzen mehr möglich. Es kann dann daher von einer auf jeden Fall gesundheitlich stark belastenden Situation vor Ort ausgegangen werden, die hier auf längere Zeit gesehen jedoch durchaus auch schon zu Schädigungen führen kann/wird. Diese Meinung vertrete ich hier, da Erfahrungswerte (bei Immissionsbetroffenen) und Berichte von Kunden aus Eigenmessungen unserer Firma über mehr als 10 Jahre, dieses (leider) durchaus so bestätigend belegen. Ich bin jedoch kein Mediziner, habe aber viel Erfahrung auch in diesem Bereich über die Jahre (beruflich bedingt) sammeln können…"

So gesehen sollten sich Anwohner des betroffenen Landstrichs zumindest Sorgen machen.

Weitere interessante Artikel zu diesem Teil der Problematik hier:
https://www.mdr.de/wissen/windkraftanlagen-infraschall-gesundheit-100.html
https://umweltmessung.com/brummton/infraschall-auswirkungen-auf-den-menschen/

…und überall im Internet. Die Problematik möglicher Gesundheitsschädigungen wird mal überspitzt, mal verharmlost. Oft geht es um Windkraftanlagen, was hier wohl nicht der Fall ist, im Prinzip ist es aber das gleiche Problem und die gleichen Folgen. Der geneigte Leser oder Betroffene möge sich selbst ein Urteil bilden.

Sind auch Sie betroffen oder haben eine Meinung dazu? Leserzuschriften unter leser@desinformierer.de gerne willkommen.

Ergänzung:
Wie wir kürzlich auf https://www.brummton.com erfahren haben, gibt es auch rund um Wasserburg am Inn ebenfalls Betroffene. Ich vermute eine andere physikalische Quelle gleicher Ursprungsart.
(RS 04.25)


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