Merz und der Beschiss mit der Kernfusion

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(Modell eines Fusionreaktors nach Tokamak, Bild: Johannes Reimer)

Unser Kanzler der zweiten Wahl gab vorgestern beim Nordseegipfel in Hamburg bekannt, dass die Windkraftanlagen nur eine „Übergangstechnologie“ sein sollen.

Dann soll etwas „Besseres“ kommen, nämlich die Fusionsenergie. Und hier soll natürlich Deutschland der Vorreiter sein, wer sonst. Es könnte, lt. Merz, schon in 10, 20 oder spätestens in 30 Jahren so weit sein. Wenn er sich da mal nicht täuscht!
Dass wir hierzulande keine 10 Jahre mehr haben, ohne dass uns angesichts der völlig verfehlten Energiepolitik die Wirtschaft und der Wohlstand um die Ohren fliegen ist mittlerweile vielen klar. Erst recht haben wir keine 30 Jahre Zeit darauf zu warten, dass nach Jahrzehnten endlich der Durchbruch in der Fusionstechnologie gelingt. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich persönlich nehme an, dass uns diese „Übergangsenergie“ für immer und ewig erhalten bleibt und die kontrollierte Fusion noch in 100 Jahren nicht gelingen wird, zumindest nicht so, dass sie wirtschaftlich betrieben werden kann.

Wir sollen mit der Fusionsenergie eine Energie nutzen, wie sie angeblich in der Sonne und in den Sternen erzeugt wird. Aber wer hat jemals bewiesen, dass die Sonne überhaupt Kernfusion betreibt? Es ist zwar wissenschaftlicher Konsens, ist aber nach wie vor nur eine unbewiesene Theorie. Beweise? Keine. Genau so könnte ich behaupten, die Sonne ist eine Anode in einer Art Plasmakugel (Universum). Eine solche Theorie ist zwar auch unbewiesen aber mindestens genau so gut wie die vorherrschende, passt sie doch besser zu allen gemachten Beobachtungen. Und kein Wissenschaftler der Welt kann es mir beweisen, es wäre nicht so. Schon der Nachweis von Dutzenden von Elementen, auch schwereren, in der Korona der Sonne sollte uns stutzig machen. Heißt es doch nicht immer, die Elemente werden im Innern der Sterne durch fortwährende Fusion immer weiter und weiter zu größeren

und schwereren Elementen fusioniert, bis sie dann in einer Supernova ans Weltall abgegeben werden? Wie kommen sie dann in die Korona der Sonne?

Die letztere größere Erfolgsmeldung der Fusionswissenschaft war die Meldung aus dem Dezember 2022. Da soll den Wissenschaftlern im Lawrence Livemore National Laboratory in Kalifornien etwas Sensationelles und nie Dagewesenes gelungen sein. Es soll mehr Energie (Fusionsleistung) erzeugt worden sein, als in das Plasma an Energie eingebracht worden ist (Heizleistung). Diese Meldung klingt doch für jeden nicht Eingeweihten erst mal riesig und verspricht goldene Zeiten für unsere Welt. In Wahrheit ist es reine Augenwischerei und Lüge durch Auslassung. Was die s.g. Wissenschaftler nicht angeben, ist die Menge an Energie, die erst mal aufgewendet werden muss, um die ins Plasma eingebrachte Energie zu erzeugen. Hier sind es z.B. die Laser, die Magnete, die das Plasma im Reaktor halten, die Vakuumpumpen, die das Vakuum im Reaktor erzeugen usw. usw. In Kalifornien wurden offensichtlich mehr als 400 Megajoule (nur an Laserenergie ohne Elektromagnete, ohne Pumpen usw.) dafür aufgewendet, um 3 Megajoule an Fusionsleistung heraus zu bekommen. Den Wissenschaftlern in Kalifornien ist es also gelungen, 99,25% der Energie zu vernichten und zu verbrennen, wobei noch nicht mal ein Beweis geführt worden ist, man hätte überhaupt Fusion betrieben. Verkauft hat man uns das natürlich als einen riesigen Erfolg der Wissenschaft auf dem Weg zu einer sorgenfreien Welt.

Solche „Erfolgsmeldungen“ werden uns schon seit 1951 immer wieder verkauft. Nach nun 75 Jahren seit der ersten derartigen Meldung ist der Stand der Fusionsforschung offensichtlich so, dass es eine Weltsensation darstellt mindestens 99,25% der Energie zu verschwenden. Es ist seit Anbeginn der Fusionsforschung noch niemandem gelungen, wenigstens 1% der aufgewendeten Energie als Fusionsenergie herauszubekommen.

Wir werden ferner auch immer wieder mit der Behauptung hinters Licht geführt, der „Treibstoff“ für die Kernfusion wäre praktisch unbegrenzt verfügbar. Doch stimmt das?
In der Tat ist Deuterium praktisch in allen Ozeanen unbegrenzt verfügbar und leicht zu gewinnen. Bei dem radioaktiven Isotop Tritium, das neben dem Deuterium zu 50% bei der Fusion zum Einsatz kommt, sieht es völlig anders aus. In der Natur praktisch nicht vorkommend, wird Tritium ausschließlich (haltet Euch fest!) in Schwerwasser- Kernspaltungsreaktoren älterer Bauart erzeugt. Derzeit sind auf der gesamten Welt nicht mehr als 25kg an Tritium vorhanden.
Das würde nicht einmal für einen längeren Betrieb eines einzigen Fusionsreaktors reichen. Die Frage, wie die künftigen

Betreiber von Fusionsreaktoren an das nötige Tritium herankommen wollen ist völlig ungelöst.

Es sieht so aus, dass die Fusionsreaktoren derzeit nur ein extrem teures Spielzeug für Erwachsene sind.
Es wird betrogen und verschleiert, nur um Investoren und den Politikern immer mehr Geld für die Großraumspielzeuge aus den Rippen zu leiern. Das beste Beispiel ist ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor), der in Südfrankreich seit 2010 gebaut wird, nicht fertig wird und mittlerweile mehr als 20 Milliarden Euro verschlang. Angesetzt waren ursprünglich Kosten von 5 Milliarden Euro. Ob dieser jemals funktionsfähig gebaut werden kann steht in den Sternen. Jedenfalls soll das erste Plasma 2034 gestartet werden. Der Betrieb soll 2039 starten. Seit 38 Jahren geplant, seit 16 Jahren in Bau und erst in 13 Jahren im Betrieb, ist zu befürchten, dass wir das Geld für ITER zum Fenster rausgeworfen haben.

Wie das nun zusammenpassen soll, dass der experimenteller ITER-Reaktor erst in 13 Jahren arbeiten und Erkenntnisse sammeln soll, uns der Kanzler aber schon womöglich in 10 Jahren Fusionsenergie aus Deutschland verspricht, da bin ich völlig überfragt.

In Deutschland soll die Kernfusion nach Gundremmingen, auf das Gelände des ehem. Kernkraftwerks, dass wir kürzlich spektakulär in die Luft gesprengt haben.

Fazit:
Es soll jedem Politiker, egal welcher Partei, dringend davon abgeraten sein auf Fusionsenergie zu setzen. Es ist womöglich nur ein schönes Märchen, das niemals wird verwirklicht werden können. Wir sollten darauf setzen was wir verstehen und beherrschen und was auch nachweislich funktioniert, die Kernspaltung.

(RS. 28.01.26)
(BILD: Das 20 Milliarden- EURO- Grab ITER, Bildautor: Oak Ridge National Laboratory)

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