Wie CDU wie ein Soufflé zusammenfallt

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Leute, holt Euch Popcorn! Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben! Ein Politiker einer Partei spendet mitten im Wahlkampf Geld an die Konkurrenzpartei, gibt bekannt diese andere Partei selbst zu wählen und empfiehlt allen Wählern es ihm gleichzutun.

Ja, da ist tatsächlich dem Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, Bernd Prange (CDU), auch Mitglied im Kreistag des Landkreises Stendal, der Kragen geplatzt. Der im Volk fest verwurzelte CDU-Politiker (wurde zuletzt mit 100% der Stimmen zum Bürgermeister gewählt) hat die Schnauze voll vom ständigen Linksruck seiner Partei, von der Aufgabe der Werte der Partei, von der Brandmauer, vom Merz und von der offensichtlichen Bereitschaft seiner Partei mit der Mauerschützenpartei zusammenzuarbeiten. So spendete er der AfD insgesamt 10.000 EUR, gibt bekannt selbst demnächst das Kreuz bei der AfD zu machen, ruft alle auf das genauso zu machen, wünscht der AfD die absolute Mehrheit, fordert die Absetzung des Kanzlers und mit ihm auch den Rauswurf aller linken Trompeten aus der Partei und das alles, damit seine Partei, die CDU, wieder zur alten Vernunft wiederfindet.

Diese Aktion dieses an der Basis fest verwurzelten Politikers ist genau der Zündfunke, der den Brand im Konrad-Adenauer-Haus entfachen wird. So erhofft sich das zumindest Prange. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Aktion nun Nachahmer aus der Basis der CDU findet und den schleichenden und schon lange erwarteten Zerfall der CDU beschleunigen wird. Falls das so nicht kommt, was verwunderlich wäre, dann kann eigentlich die gesamte CDU weg. Für eine zweite grüne Partei ist in Deutschland kein Platz. Wie man nun im Elfenbeinturm der CDU mit der Situation umgehen wird, dürfte eine der spannendsten Fragen der nächsten Tage sein. Meine Vermutung ist, man wird versuchen die Sache einfach auszusitzen, was den Brand von unten wahrscheinlich nur beschleunigen dürfte. Man hat zumindest schon den Parteiausschluss Pranges gefordert. Man kann aber davon ausgehen, dass Prange es genau darauf ankommen lassen will um den linken CDU’lern beim Verfahren vor dem Parteigericht den Spiegel vorzuhalten.

Wer an dem Wortlaut des Brandbriefes vom Bernd Prange interessiert ist, hier ist er:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen als langjähriges CDU-Kreistagsmitglied. Ich habe in den vergangenen Wochen insgesamt 10.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt gespendet – zweimal 5.000 Euro. Das war keine spontane Entscheidung und erst recht keine Leichtfertigkeit. Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land.

Meine konservativen Werte – Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und der Schutz unserer kulturellen Identität – finde ich in der CDU immer weniger vertreten. Stattdessen erlebe ich eine Partei, die sich Schritt für Schritt nach links bewegt, ihre Brandmauer zur AfD immer höher zieht und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften akzeptiert oder sogar forciert. Ich habe die berechtigte Sorge, dass Teile der CDU dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen.

Deshalb setze ich ein klares Stoppzeichen. Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann. Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht. Damit die Brandmauer fällt. Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union preisgibt.

Im Kreistag Stendal erlebe ich seit Jahren, wie demokratische Zusammenarbeit funktionieren kann. Die Kooperation mit der AfD-Fraktion ist gut und konstruktiv. Gemeinsam mit den Kollegen der AfD haben wir bereits mehrfach konkreten Schaden durch linke Initiativen abwenden können. Das gilt aber nicht nur für mich: Alle Kollegen im Kreistag – auch die der CDU – arbeiten demokratisch und sachbezogen mit den anderen Fraktionen zusammen, wenn es um das Wohl unseres Landkreises geht. Diese Zusammenarbeit beruht auf Gemeinsamkeiten und dem Willen zum Erhalt unserer Heimat – nicht auf ideologischer Feindschaft. Was das leugnet, leugnet die Realität vor Ort.

Dieser offene Brief soll die Gesellschaft wachrütteln. Er soll vor allem die CDU wachrütteln. Es ist höchste Zeit, dass sich die Union von extrem linken Kräften und von all jenen trennt, die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze. Wer die Brandmauer zur AfD verteidigt, während er gleichzeitig nach links schielt, zerstört die CDU als bürgerliche Volkspartei.

Ich bleibe Konservativer. Ich bleibe dem Land und den Menschen verpflichtet, die ich im Kreistag vertrete. Die CDU muss sich entscheiden: Will sie weiterhin den Linkskurs mitgehen und ihre Wähler verraten und verlieren – oder findet sie den Mut, die Brandmauer einzureißen, sich auf ihre alten Werte zu besinnen und wieder regierungsfähig zu werden?

Die Wahl im September wird zeigen, ob die Partei noch lernfähig ist. Da Sven Schulze aber den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen hat und davon auch nicht mehr abrücken möchte, werde ich am 6. September 2026 zur Landtagswahl selbst mein Kreuz bei der AfD machen und hoffe, dass es mit mir auch viele weitere Konservative machen werden, damit die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt und die CDU zur Erkenntnis gelangt, dass sie ihren Kurs ändern muss.

Mit ernster Sorge und klarer Haltung

Bernd Prange"

(R.S. 20.08.2026)

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