Wer sind die wahren Faschisten in Deutschland?
Ignazio Silone war ein italienischer Schriftsteller, Journalist, Politiker, Essayist und Dramatiker. Er wurde nicht weniger als zehn Mal für den Literaturnobelpreis nominiert und war ein strammer Kommunist. Aus seiner Feder stammt das Zitat: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus»“.
Umberto Eco, weltberühmt geworden durch seinen Roman „Der Name der Rose“ prägte eine sehr ähnliche Aussage. So schrieb er 1995 in seinem Essay „Der Faschismus ist immergrün": "Der Faschismus kann wiederkehren, manchmal mit einem einzelnen Wort [...], aber er muss sich immer tarnen". Er erklärte, dass Faschismus nie offen zugeben würde, dass er Faschismus ist, sondern immer versuchen würde, sich als etwas anderes auszugeben.
Diese beiden Aussagen erfahren heute eine neue Aktualität.
Einer bestimmten Partei in Deutschland, der AfD, wird aus der linken Ecke der Gesellschaft offen und permanent Faschismus vorgeworfen. Aber stimmt das? Ist eine rechtskonservative Haltung bereits faschistisch?
Um das aufzulösen muss man erst mal definieren was Faschismus eigentlich ist.
Nach langer Recherche mussten wir feststellen, dass die Definition des „Faschismus“ gar nicht klar ist und er von unterschiedlichen Menschen sehr unterschiedlich interpretiert wird. Eine universelle und gültige Definition gibt es scheinbar nicht, auch wenn sich viele relativ einig sind.
Die Definition des Faschismus
Robert Paxton, ein Amerikanischer Historiker und bis zum Ruhestand Professor für Geschichte an der Columbia University beschreibt in „The Anatomy of Fascism“ den Faschismus als „Form des politischen Verhaltens“. Dies sei gekennzeichnet „durch eine obsessive Beschäftigung mit dem Niedergang, der Demütigung oder der Opferrolle einer Gemeinschaft sowie durch einen kompensatorischen Kult um Einheit, Stärke und Reinheit.“
Gefragt nach der Definition des Faschismus antwortete die Google-KI:
„Faschismus ist eine politische Ideologie und Herrschaftsform, die durch einen totalitären Staat mit einem charismatischen Führer, einer einzigen Partei, massiver Gewalt gegen Andersdenkende, fehlender Meinungs- und Pressefreiheit sowie dem Ziel der Schaffung einer ideologisch einheitlichen und vermeintlich reinen Gesellschaft gekennzeichnet ist.
Wichtige Merkmale des Faschismus
Totalitarismus: Der Staat übt absolute Kontrolle über alle Lebensbereiche aus, und der Wille des einzelnen Bürgers tritt hinter dem Willen des Staates zurück.
Führerprinzip: Es gibt einen absoluten, charismatischen Führer, dem bedingungsloser Gehorsam geleistet werden muss.
Einparteiensystem: Andere politische Parteien werden verboten, und die Faschistische Partei ist die einzige legale politische Organisation.
Massenorganisation und -mobilisierung: Die faschistische Bewegung ist darauf ausgerichtet, die Bevölkerung in Massenorganisationen zu erfassen und zu mobilisieren.
Obsessive Beschäftigung mit dem Niedergang und der Opferrolle einer Gemeinschaft: Faschistische Bewegungen fühlen sich in einem Zustand der Erniedrigung oder eines Niedergangs der eigenen Nation.
Entwicklung eines „neuen Menschen“: Ein zentrales Ziel ist die Erschaffung eines neuen, ideologisch angepassten und starken Individuums innerhalb der Gemeinschaft.
Gewalt und Terror: Massiver Terror und Gewalt werden eingesetzt, um politische Gegner mundtot zu machen oder zu beseitigen.
Antidemokratisch und antiliberal: Faschismus lehnt Demokratie, Liberalismus, Parlamentarismus und Menschenrechte ab.
Rassismus: Ein wesentliches Merkmal ist oft eine rassistische und fremdenfeindliche Haltung.
Die KI GROK antwortet:
Faschismus ist eine autoritäre, ultranationalistische politische Ideologie und Bewegung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem in Italien unter Benito Mussolini (1922–1943) prominent war. Hier sind die Kernelemente in Kürze:
Autoritäre Herrschaft:Ein zentralisierter Staat mit einem starken Führer, der oft als unfehlbar dargestellt wird. Individuelle Freiheiten werden zugunsten der staatlichen Kontrolle eingeschränkt.
Nationalismus: Überhöhung der eigenen Nation, oft verbunden mit der Abwertung anderer Nationen oder Gruppen. Es wird eine homogene Gesellschaft angestrebt.
Militarismus: Betonung von militärischer Stärke, Disziplin und Aggression als Mittel zur Durchsetzung nationaler Interessen.
Unterdrückung von Opposition: Politische Gegner, Minderheiten oder abweichende Meinungen werden unterdrückt, oft durch Gewalt oder Propaganda.
Korporatismus: Wirtschaft und Gesellschaft werden in staatlich kontrollierten Strukturen organisiert, wobei Gewerkschaften und andere unabhängige Organisationen unterdrückt werden.
Der Begriff "Faschismus" wird heute oft auch verwendet, um autoritäre, unterdrückerische Regimes oder Tendenzen zu beschreiben, allerdings manchmal unscharf oder polemisch.
Auf welche Akteure passen die Begrifflichkeiten am besten?
Um für unser Land herauszufinden wer oder was eigentlich faschistisch ist bleibt also nur die einzelnen Akteure, deren Haltung, Ideologie und Taten mit den einzelnen Punkten zu vergleichen und mittels eines Punktesystems zu bewerten.
Als Akteure wollen wir den jetzt vorhandenen Staat 2024/2025, die linken Bestrebungen, wobei hier insbesondere die Linke, die SPD, die Grünen und die s.g. Zivilgesellschaft von uns hinzugerechnet wird und letztlich die AfD nach bestem Wissen und Gewissen miteinander vergleichen und bewerten.
Los geht’s:
1. Obsessive Beschäftigung mit dem Niedergang:
- Der Staat allgemein: ja, es wird der Weltuntergang durch eine Klimakatastrophe oder den Angriff einer feindlichen Nation angenommen. Beweis für die Obsession: die Aufnahme des s.g. „Klimaschutzes“ in das Grundgesetz und zwar ohne Not und das Abschaffen der Schuldenbremse für eine Aufrüstung (1 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: ja, die Klimakatastrophe wird ohne sie zu hinterfragen als kommendes Unheil angesehen. Ferner wird angenommen, dass ein gesellschaftlicher Untergang erfolgen wird, sobald eine bürgerlich-konservative Bestrebung an die Macht gelangt (AfD). (1 Pkt.)
- AFD: ja, es wird angenommen, dass ein Ende der „deutschen Kultur“ und der Identität Deutschlands erfolgen wird, wenn die jetzige Migrationspolitik weiter wie bis jetzt betrieben wird. (1 Pkt.)
2. Totalitarismus:
- Der Staat allgemein: auch wenn Tendenzen erkennbar sind Kontrolle über den Bürger auszuüben, so ist sie doch nicht absolut und allumfassend. Noch nicht. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: ja. Es ist durch Streben nach Verboten andersdenkender (hier insbesondere AfD) ein totalitäres Grundmuster erkennbar. Auch kann aus der Geschichte hergeleitet werden, dass linke Systeme (Staaten) immer totalitär waren und absolute Kontrolle über alle Lebensbereiche und den Willen des Bürgers anstrebten. (1 Pkt.)
- AfD: nein. Es ist weder in der Programmatik noch im Tun der AfD ein Streben nach Totalitarismus erkennbar. Im Gegenteil. Die AfD vereinigt auch Liberale und Libertäre Kräfte. ( 0 Pkt.)
3. Führerprinzip:
- Der Staat allgemein: zur Zeit nein (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: zur Zeit nein, weil nicht einheitlich. Sollte eine Vereinigung aller linken Kräfte statt finden aber denkbar. (0 Pkt.)
- AfD: nein, eine klare Führerperson ist nicht erkennbar. Die Partei wird paritätisch geführt. Der als künftige „Führer“ stigmatisierter Björn Höcke hat weder besondere Rechte noch sind Aussagen Höcke's bekannt, die eine starke Führerperson propagieren würden. (0 Pkt.)
4. Einparteiensystem:
- Der Staat allgemein: auch wen Teile der Staatsorgane, hier insbesondere der Verfassungsschutz, den Verbotsbestrebung einer Opposition zuarbeiten, klares nein. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: ja, ist gewünscht. Sowohl die Linke und die SPD sprechen offen über ein Verbot von Oppositionsparteien. Die s.g. „Zivilgesellschaft“ arbeitet dran. Auch geschichtlich sind sozialistische Systeme oft, kommunistische ausschließlich Einparteiensysteme. (1 Pkt.)
- AfD: nein. Es ist nicht bekannt, dass die AfD andere Parteien verbieten wollen würde. (0 Pkt.)
5. Massenorganisation und -mobilisierung:
- Der Staat allgemein: nein. Der Staat hat keine besonderen Fähigkeiten die Massen in Organisationen zu mobilisieren. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: ja. Diese haben insbesondere 2024 bewiesen, dass sie große Menschenmassen für Demonstrationen organisieren und mobilisieren können. Auch die gewaltbereite Antifa kann innerhalb kürzester Zeit mobilisiert werden. (1 Pkt.)
-AfD: klares nein. Die AfD hat eine relative Unfähigkeit bewiesen, Massen auf die Straße zu bekommen. (0 Pkt.)
6. Entwicklung eines „neuen Menschen“:
- Der Staat allgemein: auch wenn Tendenzen zur Bevormundung erkennbar sind, ein klares nein. (0Pkt.)
- Linke Bestrebungen: klares ja. Es war immer ein Ziel linker Systeme und Ideologien einen neuen Menschen zu schaffen. Beispiele aus der Geschichte sowie der aktuellen linken Ideologien geben hier eine klare Antwort. (1 Pkt.)
- AfD: klares nein. Man könnte meinen, die AfD ist zum Gegenteil geneigt und möchte das altbewährte erhalten. Von einem „neuen Menschen“ ist nirgends die Rede. (0 Pkt.)
7. Gewalt und Terror:
- Der Staat allgemein: nein. Bewusste Handlungen des Staates gegen die körperliche Unversehrtheit der eigenen Bürger sind nicht sichtbar. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: ja. Auch wenn immer behauptet wird, die meiste Gewalt würde von rechts ausgehen, zeigen Statistiken und die Erfahrung, die Gewalt geht von links aus. Hierbei ist insbesondere die Antifa tätig. Es werden regelmäßig Konservative angegangen, es werden auch Straftaten gegen das Eigentum derer verübt. Auch in der Rhetorik finden sich bei den linken Kräften oft Aufrufe zur Gewalt. So ist auf den Parteitagen der Partei "die Linke" von Arbeitslagern für Reiche oder gar Erschießungen die Rede. Man beredet auch die Praxis der Einschüchterung. Auch aus der Richtung der "Grünen Jugend" sind Äußerungen bekannt, die einen bewaffneten Kampf nicht ausschließen. (1 Pkt.).
- AfD: nein, die Partei lehnt Gewalt ab. Etwaige Gewalthandlungen aus rechtsradikaler Ecke der Gesellschaft, die es auch gibt, können weder der Partei noch seinen Funktionären zugeschrieben werden. Von der relativ radikalen „Jungen Alternative“ trennte sich die Partei. (0 Pkt.)
8. Antidemokratisch und antiliberal:
- Der Staat allgemein: in diesem Fall sind wir zwiegespalten und sagen eher jain. Der Staat, also seine Institutionen, verhalten sich im Moment relativ undemokratisch. Das hat mit der Besetzung der letzten und der jetzigen Regierung zu tun. Die Organe grenzen die Opposition aus. Wichtige Gesetzesänderungen wurden mit abgewähltem Parlament beschlossen, was sehr viele Bürger als einen ungeheuerlichen und antidemokratischen Akt empfanden, der parlamentarischen Opposition werden Posten oder Stiftungen nicht zugestanden, Kandidaten werden durch Organe von den Wahlen ausgeschlossen, die Opposition wird durch staatliche Organe überwacht und durch diese diffamiert. (1 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: klares ja. Die Linken Kräfte lehnen Demokratie ab, wie alle sozialistischen Bestrebungen, auch in der Vergangenheit. Liberalismus ist verpönt. (1 Pkt.)
- AfD: nein. Die AfD ist sowohl programmatisch als auch durch ihr Verhalten ganz klar demokratisch ausgerichtet. Ferner ist es die einzige Bestrebung die sogar die direkte Demokratie propagiert, also den Volksentscheid. Ferner wurde die AfD zum Sammelbecken für Liberale und Libertäre. (0 Pkt.)
9. Rassismus:
- Der Staat allgemein: nein. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: nein, auch wenn ein Rassismus gegen „Weiße“ in Ansätzen erkennbar ist. (0 Pkt.)
- AfD: nein. Auch wenn die AfD in Teilen den Volksbegriff durchaus romantisiert, ist ein Rassismus nicht zu sehen. Auch Angehörige anderer „Rassen“ haben in der AfD Funktionen oder sind Mitglieder. Fremdenfeindliche Haltung als generelle Ausrichtung ist nicht vorhanden. (0 Pkt.)
10. Nationalismus:
- Der Staat allgemein: nein. Es sind sogar gegenteilige Tendenzen sichtbar, nämlich den Staat oder zumindest viele Kompetenzen zugunsten der Europ. Union aufzugeben. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: nein. Hier wird der Nationalismus abgelehnt. (0 Pkt.)
- AfD: hier sagen wir verhalten jain. Ein echter Nationalismus, nach dem Motto „Deutschland über Alles“ ist zwar nicht zu sehen, doch wird in Teilen der AfD durchaus die s.g. „Deutsche Nation“ romantisiert. (1 Pkt.).
11. Militarismus: hier müssen wir allen drei Akteuren ein nein bescheinigen. Zwar wird von einigen Seiten von Verteidigungsfähigkeit oder gar Kriegsfähigkeit gesprochen, es wird auch aufgerüstet, ein klassischer Militarismus (Erläuterung siehe oben) kann nicht bescheinigt werden. (0 Pkt. für alle)
12. Unterdrückung von Opposition:
- Der Staat allgemein: eher ja. Staatliche Organisationen werden dazu benutzt aktiv an der Unterdrückung der Opposition (hier der AfD) zu arbeiten. Beispiele hierfür sind die Gutachten der Verfassungsschutzorgane gegen die AfD, die dann in einem möglichen Verbotsverfahren oder zum Ausschluss von Oppositionskandidaten von der Wahl benutzt werden. Auch finanziert der Staat zum Teil die s.g. „Zivilgesellschaft“, dessen Organisationen aktiv oppositionelle Meinungen bekämpfen. Zum Teil werden auch Organe der Exekutive benutzt, um unbequeme Meinungen zu unterdrücken. Berühmt geworden ist der Bademantel zur Hausdurchsuchung um sechs Uhr morgens. Auch die Justiz trifft zuweilen fragwürdige Urteile. Wir berichteten hier. (1 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: eher nein, auch wenn sie zur Unterdrückung der Opposition beitragen (0 Pkt.)
- AfD: ist die Opposition (0 Pkt.)
13. Korporatismus:
- Der Staat allgemein: nein. Es ist kein Staatsziel. Korporatismus ist auch nicht im Grundgesetz vorgesehen. (0 Pkt.)
- Linke Bestrebungen: klares ja. Wirtschaft und Gesellschaft in staatlich kontrollierten Strukturen zu organisieren ist klares Ziel. (1 Pkt.)
- AfD: klares nein, das Gegenteil wird angestrebt. (0 Pkt.)
Auswertung und Fazit
Gut, dann rechnen wir mal zusammen:
- Der Staat allgemein: 3 Faschismus-Punkte
- Linke Bestrebungen: 8 Faschismus-Punkte
- AfD: 2 Faschismus-Punkte
Das Ergebnis überrascht uns nicht wirklich. Linke Systeme, sozialistische oder kommunistische Staaten waren und sind allesamt faschistisch, zum Teil in der brutalsten Form. Und es zeigt sich auch, dass der Faschismus durchaus etwas anderes ist als viele meinen.
Fazit: keiner der Akteure hier erfüllt ALLE Kriterien des ursprünglichen Faschismus. Da es aber kein festgeschriebener Begriff ist und auch einem Wandel unterliegt ergibt die Untersuchung eindeutig, dass die linken Bestrebungen in Deutschland mutmaßlich faschistisch sind oder zumindest als solche bezeichnet werden könnten. Der Staat ist keinesfalls faschistisch, auch wenn dieser zuweilen faschistoide Handlungsweisen an den Tag legt und einige der Organe zum Teil faschistoide Tendenzen zeigen. Die AfD ist, wie hier erörtert, keine faschistische Partei.
Diese Auswertung entstand ausschließlich durch unsere Bewertungen, Meinungen und Zuordnungen der Merkmale und ist weder repräsentativ noch der Weisheit letzter Schluss. Andere Meinungen gerne willkommen an mail@desinformierer.de
(RS. 06.09.25)