Werden wir im Winter (er)frieren?
Wie wir bereits hier geschrieben haben, wird unser heimischer Gasspeicher Breitbrunn/Eggstätt in diesem Jahr nicht mehr voll werden. Das ist selbst bei 24/7 Befüllung mit voller Kapazität technisch nicht mehr möglich. Derzeit ist der Speicher gerade mal zu 57% voll und es sieht nicht so aus, als ob im Moment recht viel Gas in den Speicher gepumpt wird.
In einer Pressemitteilung von INES (Initiative Energien Speichern e.V.) müssen wir uns in Deutschland keine Sorgen machen, wenn der kommende Winter warm oder zumindest gemäßigt wird. In diesem Fall kommt Deutschland aus dem Winter heraus, also zum 31.03.2026, mit einem durchschnittlichem Speicherfüllstand aller Speicher von ca. 30%.
Sollte der Winter jedoch grimmig werden wird es nicht mehr lustig. INES schreibt für den Fall extrem kalter Temperaturen wörtlich:
„Die Gasspeicher werden bereits Ende Januar 2026 vollständig entleert. Die derzeitigen Verbrauchsmuster könnten in einem solchen Szenario nicht mehr vollständig gedeckt werden.“
Das würde im Klartext den Ausfall von Heizungen und Ausfall von Produktion, die auf Gas angewiesen ist, bedeuten. Auch Stromabschaltungen sind denkbar, sofern wir auf Gaskraftwerke angewiesen sein sollten, z.B. in Zeiten einer Dunkelflaute. Und das noch im Januar, ganz nach dem Motto: zum Ende des Gases ist noch so viel Winter übrig.
Schon ab einem durchschnittlichen Füllstand von 20% wird die s.g. Gasmangellage ausgerufen. Abschaltungen die Konsequenz.
Letztes Jahr sind wir mit ca. 28% Restfüllstand der Speicher aus dem Winter herausgegangen und sind nur knapp dieser Gasmangellage entgangen. Eine oder zwei kältere Wochen zusätzlich im letzten Winter hätten ausgereicht und die Gasmangellage hätte schon im letzten Winter ausgerufen werden müssen. In diesem Jahr liegen wir im Moment ca. 20% unter den Füllständen des Vorjahres. Es sind also keine guten Aussichten für diesen Winter. Die Gasspeicher können bis zum Beginn der Heizperiode auch gar nicht mehr auf den Füllstand des Vorjahres gefüllt werden. Das ist technisch nicht möglich. Es sieht aber so aus (siehe Beispiel Breitbrunn), dass noch nicht mal die technisch möglichen Mengen eingelagert werden.
Was können wir tun?
Nun ja, wir können alle für einen milden Winter beten. Abgesehen von dieser spirituellen Betätigung raten wir an sich dringend und rechtzeitig auf eine Energiekrise in diesem Winter vorzubereiten. Legen Sie sich Vorräte an und überlegen, wie Sie auch ohne Gas oder Strom eine Zeitlang auskommen können.
(RS. 19.09.25 Quellen: Bundesnetzagentur, INES)